Berichte

Der 30. April 2014 war die eigentliche Geburtsstunde dieser Seite. Denn am diesem Tage habe ich das Schiff gesehen, gekauft und bezahlt. Es war wie die "Liebe auf den ersten Blick". Und nimmt man es genau, so beginnt meine Reise um die Welt bereits mit dem Auslaufen in Nieuwpoort (B) und ihr dürft daran teilhaben:


Vorgeschichte

Seit je her bin ich mit dem Wasser verbändelt. Schon als kleines Kind habe ich Barken gebaut, die auf den heimischen Teichen tadellos segelten.

Ein Kantholz aus Oma´s Schuppen, "Pie mal dicken Daumen" auf proportionale Länge mit Opa´s Bügelsäge eingekürzt. Anschließend mit Ome They`s Fuchsschwanz einen Bug und das Heck grob geformt. Mutter`s Blumenzwiebelkisten wurden weniger. - Aus irgend einem Material musste ich schließlich die Masten und die Rahen sowie den Baum herstellen. Und mein Vater konnte sich nur wundern, dass sich seine beruflichen Stoffabfälle etwas
reduzierten (Segel); auch das stabile Nähgarn soll hier nicht unerwähnt bleiben. Die Takelage und die Farben des Rumpfes deuteten schon seinerzeit auf die damals erst 10 Jahre junge "Gorch Fock" (II) hin.

Als meine ortsansässigen Freunde und Bekannte der Meinung waren, sich mit einem Ball auseinandersetzen zu müssen (Fußball - dafür hatte ich nie etwas übrig), begab ich mich in ein Schlauchboot - das hatte ich mir seinerzeit zu Weihnachten gewünscht - und erkundete die örtlichen Gewässer (Torfkuhlen und breitere Bäche). Ich war gerade 10 Jahre alt. Das Schlauchboot ging aus den Nähten und ich konnte nur noch den Kunststoff aus dem Wasser der Fleuth ziehen. Doch gab keinen Gedanken daran, das gefundene Hobby aufzugeben.

Ich überredete meinen Bruder (Dieter, 2 Jahre jünger), mir beim Bau eines "richtigen Segelschiffes" zu helfen. Gesagt, getan.
Am folgenden Tag sind wir mit unseren Ersparnissen aus dem dem Taschengeld (damals 50 Pfennig je Woche) zum Schreiner gegangen, haben dort ein paar Bretter und ein Kilogramm Nägel gekauft, das ganze auf den heimischen Hof befördert und in der Tat zu einer schiffsähnlichen Konstruktion zusammengefügt. Unsere Konstruktion hat das Wasser leider nicht erlebt. Ich war 12 Jahre alt.

Die Eltern meines Schulfreundes Johannes besaßen eine selbstgebaute Jolle. Im Alter von 14 Jahren war ich mehrfach eingeladen, mit ihnen die Wochenenden an einem größeren Binnensee in der Nähe von Xanten zu verbringen. Nur zu gerne war ich - wann immer irgendwie möglich - dabei.

Im Alter von 17 Jahren ging ich also (mit Einwilligung meiner Eltern) zur Bundesmarine, Fachrichtung: Marineelektronik, Spezialisierung: RADAR (Flak). Hier bin ich im Rahmen meiner "Truppenpraktika" (so nannte man das seinerzeit) auf dem Tender Mosel (A 67), Olpenitz, gefahren.

 

Mehrfach jedoch hatte ich schon damals die Gelegenheit, auch Großsegler zu konsultieren. Als Gast konnte ich zahlreiche Male auf die Gorch Fock (II), manchmal warteten mein Kamerad Michael und ich schon sehnsüchtig darauf, dass sie nach einer AAR endlich festmachte... Als Ausbilder in der Grund- und Vollausbildung kannten wir natürlich überall irgend jemanden, so auch dort.
Mit unseren Besuchen in Kiel manifrstierte sich der Traum, eines Tages mit einem eigenen Segelschiff die große, weite Welt zu bereisen. Dieser Wunsch kommt nun der Realisierung deutlich näher.

Nach achtjärhiger Dienstzeit bei der Bundesmarine verließ ich diese und wechselte in den Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen, blieb der See jedoch stets verbunden.

Vor einigen Jahren bot sich mir die Gelegenheit, ein eigenes Boot zu erwerben, eine 9,25 m lange, atlantiktaugliche, slupgetakelte Segelyacht. - Das Wasser und die See hatten mich zurück...


Der Traum von der großen Fahrt unter Segeln ist geblieben... Die Realisierung naht heran...