1. Etappe

 

 

Abschnitte:

 

01 - Die Fahrt zum Meer

02 - Raus auf´´s Meer

03 - Auf nach Cherbourg

04 - Kap Horn des kleinen Mannes und die Kanalinseln

05 - Saint Malo

06 - Auf dem Weg nach L´ Aber Wrac `h

07 - Der kleine Wohlfühlhafen

08 - Sprung über die Biskaya

09 - Ab um die Ecke

10 - Grobe Richtung Portugal

11 - Lisboa wartet schon

12 - Vor der Meerenge von Gibraltar

13 - Durch die Meerenge, um Gibraltar Richtung Winterlager

14 - Im Winterlager

15 - Valencia - Wir kommen

16 - Nicht mehr weit bis Barcelona

01 - Die Fahrt zum Meer

Jachthaven „De Rosslag“, Herten (Roermond, Niederlande), 01. Mai 2016, gegen 15.00 Uhr. - Der Moment ist gekommen, die bereits länger geplante, große Reise, auf die wir uns einigermaßen hatten vorbereiten können, anzutreten. Ein letztes Mal winken uns unsere hafenliegenden und campenden Freunde von Land, von den Steigern und den Booten aus zu. Unsere Masten wurden bereits vor 3 Tagen via Kran gezogen und sicher über das Deck verstaut und vertäut. Tränen fließen unseren Wangen hinunter, denn ein Abschied auf ungewisse Zeit von einer so sehr lieb gewonnenen Umgebung fällt immer sehr schwer.

 

Mit dem Auslaufen erst um 15.00 Uhr brauchten wir natürlich keine größeren Strecken mehr ins Auge fassen. So liefen wir eine vertraute Örtlichkeit auf dem Zuidplas an, wo wir die Nacht noch verbringen wollten. Unsere besten Freunde in Roermond begleiteten uns noch bis spät am Abend dorthin.

Nach dem Erwachen am Morgen – es war bereits etwa 11.00 Uhr – liefen wir von dort aus ein letztes Mal die Helena-Werft, um noch einen letzten kleinen Einkauf zu tätigen, gegen 14.00 Uhr war die erste Schleuse passiert. Unser Tagesziel hatten wir am frühen Abend (gegen 20 Uhr) erreicht, den JH t´ Leuken am „Leuker Meer“. Die ersten 31 nm (die km rechne ich direkt in nm um) waren zurückgelegt, der Anfang einer langen Reise war endlich gemacht.

 

Der Kurs steht erst definitiv fest, wenn man irgendein Ziel erreicht hat... So änderten wir bereits auf dem Weg zur See erstmalig die ursprünglich geplante Route. Statt via Kampen zum Ijsselmeer zu fahren, wo wir unsere Masten lediglich mittels eines Behelfskranes eines Jachtclubs hätten stellen können, der einen nicht einmal in die Masttoppen gehievt hätte, entschlossen wir uns, nach Sint Annaland zu fahren, wo uns in der Werft (Mariteam) die Masten gestellt werden konnten.

 

Ein weiterer Stop in Richtung See erfolgte in Maasbommel, wo wir einen Seenlandschaft vorfanden, die zum Verweilen einlud. Leider waren die Stege lediglich für Boote ausgelegt, deren Tiefgang max. 1,50 m beträgt. Dennoch hatten wir ein Plätzchen gefunden. Hier blieben wir auch einen Tag, um die schöne Gegend zu genießen.

 

Zwischendurch mal ein paar Liter Diesel zu Bunkern, fand ich nun nicht die schlechteste Idee. So liefen wir die Bootstankstelle in dem schönen Städtchen Heusden an und fuhren erst am Folgetag nach Willemstadt. Nun waren 126 nm geschafft. Willemstadt bot uns eine Besonderheit, nämlich einen absolut ersten Besuch aus der Heimat.

In Sint Annaland haben wir dann unsere Masten stellen lassen. Wie beschrieben, stellt dieses für einen schiffstechnischen Betrieb kein Problem dar. Binnen gut einer Stunde standen beide Masten, waren grob ausgerichtet und die Bäume waren wieder angeschlagen. Nun konnte es endlich losgehen, via Colijnsplaat zur Seeschleuse...

Sonnenaufgang über Colijnsplaat
Sonnenaufgang über Colijnsplaat

02 - Raus auf´s Meer

Am Vormittag des 12.05.2016 passierten wir dann die Seeschleuse (Roompotsluis), Tagesziel: Breskens. Schön unter der Küste haben wir uns durch die Untiefen und wechselnden Strömungen navigiert, sodass wir schon am Nachmittag in Breskens haben festmachen können. Von hier aus ging es am folgenden Tag nach Zeebrugge. Wir mussten leider feststellen, dass sich ein erster Fehler eingeschlichen hatte. Die Rückhaltung der Bilgenpumpe war defekt, sodass während der Fahrt Wasser (von unten) ins Schiff gelangen konnte. Bilgenpumpe in Zeebrugge getauscht, keine Probleme mehr damit.

03 - Auf nach Cherbourg

Das Bild zeigt die "Dunchesse Anne", unsere frühere "Großherzogin Elisabeth" am Museums-Kai in Dünkirchen.
Das Bild zeigt die "Dunchesse Anne", unsere frühere "Großherzogin Elisabeth" am Museums-Kai in Dünkirchen.

In Zeebrugge konnten wir an einem Steiger festmachen, dessen Marinagebäude gerade erst im Bau war, die sanitären Anlagen (bereits in Funktion) also wirklich neu waren. Irgendwie sind wir wohl auf der Flucht in den Süden, denn wir gönnen uns nur selten einmal einen Tag für den jeweiligen Ort. So sind wir am Folgetag bereits nach Nieuwpoort gesegelt und von dort aus nach Dunkerque (Dünkirchen).

 

Calais erwies sich - zumindest zurzeit - als nicht empfehlenswert. Die Marina zeigte sich als Baustelle, die Pier wurde erneuert. Für Gäste stand ein Pontonsteiger bereit, jedoch ohne Strom und Wasseranschluss. Um die sanitären Anlagen, welche augenscheinlich auch durch die Bauarbeiter genutzt wurden, zu erreichen, war es erforderlich, über die Drehbrücke zur anderen Seite des Hafenbeckens zu gelangen. Trotz dieser Widrigkeiten wurde uns der volle Preis abverlangt.

 

Boulogne sur Mer hingegen lud uns dann doch zum Verweilen ein. Ein wunderschönes Städtchen mit historischer Altstadt in der alten Festungsanlage mit integrierter Basilika. Es hat richtig Spaß bereitet, dort hindurch zu schlendern. Kleinste Gaststätten am Rande der schönen Sträßchen verleiteten zur Pause, wir ließen uns im FROGGY nieder. 4 x 4 Meter, inkl. WC und Theke, zur Straße hin offen, zwei Tische mit Stühlen davor... saugemütlich.

 

Am Sonntag rafften wir uns auf, um weiter nach Dieppe zu fahren. Bei schönen Wetter und fast ohne Wind schafften wir die 55 nm (über Grund) in 15 Stunden. Auch Dieppe beherbergt eine Altstadt mit schmalen Gassen und zahlreichen Geschäften sowie über eine Burg und Kirchen.

 

Pünktlich zum Sonnenuntergang kamen wir dann am Dienstag, 24.05.2016, in Le Havre an, nachdem wir tatsächlich mal einen Tag mit richtigem Segelwetter haben erleben können. Die Stadt erscheint uns wenig reizvoll. Doch nutzen wir die maritime Infrastruktur, um den Wantenspanner des Steuerbord-Backstag zu erneuern.

Nach eingelegtem Hafentag in Le Havre ging es dann am Donnerstag nach Ouistreham (Normandie), wo wir um 17 Uhr die Leinen festgemacht hatten.

 

Am folgenden Morgen nahmen wir unser Ziel Carentan (Normandie) in Angriff. Bei schönstem Segelwetter hatten wir die erste Schleusung erwählt, um 10.15 Uhr waren wir auf See. Die Segel gesetzt und auf den Wind gewartet. Erst gegen 17.30 Uhr war es so weit. Doch zu früh gefreut. Mit dem Wind kam der Nebel – und das rasend schnell.

 

Gegen 17.45 Uhr betrug die Sichtweite nur noch etwa eine Schiffslänge, Der Nebel setzte sich sofort als Wasser auf den Wanten und Stagen ab. Etwa 10 nm abseits des Ufers nahmen wir Kurs auf Carentan.

 

Die dortige Ansteuertonne haben wir dank guter Navigation sofort gefunden, die Beleuchtung war auf etwa 30 – 40 m noch gerade so zu erkennen. Das Fahrwasser dort kann von 2 Stunden vor Hochwasser (HW -2) bis 3 Stunden nach Hochwasser (HW +3) befahren werden. Bei der geringen Sicht steuerten wir von der Ansteuertone aus den angegebenen Kurs von 209,5° mit minimaler Geschwindigkeit. Es dauerte etwas, doch passierten wir das erste Tonnenpaar ziemlich in der Mitte. Jede Minute haben wir die aktuelle Position in der Karte vermerkt und konnten so nahezu exakt in der Fahrwassermitte bleiben. Doch wenige Meter von dem zweiten Tonnenpaar wurden wich durch eine etwas heftigere Welle des auflaufenden Wassers auf ein winziges Untief an der Steuerbordseite geschubst, wir hingen im Schlamm fest, sind quasi in der Normandie (Utah Beach) gelandet. Neue Ruderlage „hart Backbord“, Maschine „halbe voraus“ bis Gegenkurs anliegt. Dank dessen, dass das Wasser auflaufend war, hat es uns angehoben, wir kamen nach 5 – 10 Minuten frei. Neue Entscheidung: „Wir fahren direkt nach Cherbourg, durch die Nacht.“ Trotz des Nebels und fortlaufender Positionsfeststellung erreichten wir morgens früh die ersten Tonnen vor Cap Levi. Nun lichtete sich auch der Nebel etwas, wir hatten wieder `ne gute halbe nm Sicht, z. B. auf eine der Festungen an der Hafeneinfahrt.

Eine halbe Stunden später hatten wir die Leinen in Cherbourg fest.

 

Cherbourg wurde zu unserem bislang längsten Aufenthalt in einem Hafen. Ungeachtet des nebeligen Abenteuers und unserer „Landung in der Normandie“ haben sich auch zwei Fehler eingeschlichen, die dringendst der Instandsetzung bedurften. Zum einen hatte der Simmerring der Seewasserpumpe das Zeitliche gesegnet und reichlich Salzwasser ins Schiff gelassen, andererseits hatte eine der alten elektrischen Leitung den Geist aufgegeben. Beide Schäden konnten behoben werden, wobei ich der Wasserpumpe noch nicht traue (hab ich halt nicht selbst gemacht).

Nun müssen wir noch abwettern, denn bei diesigem Wetter, einem gewissen Seegang und und vorhergesagten 7 Windstärken (Bft.) müssen wir nicht raus...

04 - Kap Horn des kleinen Mannes und die Kanalinseln

Am Freitag, dem 03.06.2016, ging es endlich weiter, Tagesziel: St.-Peter-Port auf Guernsey. Es war eingangs eine aufregende und schnelle Reise, denn die Strömung und der Wind schoben uns mit einer Geschwindigkeit von 11,5 kn durch die Straße von Alderney. Dieses ist eine Besonderheit, denn in dieser Straße herrschen die stärksten Gezeitenströmungen in Europa. Unter Seglern wird die Passage zwischen La Hague und Alderney auch als „Kap Horn des kleinen Mannes“ bezeichnet.

Einige Seemeilen weiter, kurz vor der Passage zwischen Sark und Guernsey, begegnete uns in einigem Abstand ein kleinerer Wal oder ein Delfin, welchen sich scheinbar in einem Fischernetz verheddert hatte. Leider war der so schnell Richtung offene See unterwegs, dass wir keine Möglichkeit hatten, uns zu nähern oder irgendeine Hilfe zu leisten. Wir haben in St.-Peter-Port die Hafenbehörde darüber in Kenntnis gesetzt.

Gleich am Samstag sind wir dann nach St. Helier auf Jersey gefahren. Leider konnten wir den Hafen in St.-Peter-Port durch die Tide bedingt erst um 17.35 Uhr verlassen.

Wir trafen insoweit erst um 01.15 Uhr dort ein und mussten außerhalb des Hafens an einem Warteponton als 3. in einem Päckchen festmachen.

05 - Saint Malo

Es war schon 10 Uhr, als uns unser Nachbarn im Päckchen weckten. Nach dem Frühstück haben wir dann die Leinen losgeworfen und haben die Reise nach St. Malo angetreten, die sich um einiges spannender erweisen sollte. Schon bei der Ausfahrt aus St. Helier sahen wir die Felsen, die bei höherem Wasserstand – es war gerade Niedrigwasser – unterhalb der Wasseroberfläche auf ahnungslose Schiffchenfahrer lauerten.

 

Kurz vor dem „Plateau des Minquires“ hatten wir einerseits das Glück, dass wir eine ganze Delfinschule beobachten konnten sowie eine halbe Stunde später einen Pottwal in unserem Heckwasser.

 

Das Plateau besteht aus Felsen und Steinen, die bei Niedrigwasser sichtbar sind sowie auch Steinen, die auch bei Niedrigwasser unter der Wasseroberfläche schlummern. Durch dieses Labyrinth navigierten wir hindurch, um mindestens 2 Stunden Fahrzeit einzusparen.

 

Unmittelbar vor der Hafenzufahrt wurden wir dann noch von einem Frachter überholt, doch um 20 Uhr hatten wir die Leinen in St. Malo fest.

 

St. Malo war es uns wert, einige Tage zu verweilen, gleichzeitig konnte unsere Seewasserpumpe in einer Fachwerkstatt neu gelagert und abgedichtet werden.

St. Malo erscheint schon für sich eine Reise wert. Die zahlreichen historischen Gebäude mit kleinen und superschön eingerichteten Gaststätten in der Stadt und in der Altstadt „Intra Muros“ sowie die historischen Befestigungsanlagen und der Hafen betören die Augen und den Geist.

Kaum hatten wir unsere (Klapp-)Fahrräder angekettet und ware drei Schritte in die Altstadt gekommen, da wurden wir auch schon von einer Person angesprochen, die eine Mütze mit Mützernband der "Gorch Fock" aufgesetzt hatte. Es ergab sich, dass es der Kunstmaler Eric J. Duhan war.

Sehenswert ist auch die Fregatte „Etoile dur Roy“, ein Replik einer englischen Fregatte aus dem 18. Jahrhundert. Bekannt ist dieses dreimastige und 46,30 m lange Schiff durch die Fernsehserie Hornblower als „HMS Indefatigable“. Leider ist das Klettern in der Takelage nicht möglich.

 

Zur Entschädigung dafür, dass ich nicht hoch durfte ein paar Bilder:

06 - Auf dem Weg nach L´Aber Wrac´h

Erst am 10.06.2016 – ein Freitag – sind wir die nächste Tagesetappe angegangen, Ziel: St. Quay. Die Überfahrt gestaltete sich feucht: Zuerst Niesel, dann Aufklarung und folgend Regen. An den folgenden 3 Tagen haben wir „Hafentage“ eingelegt, um einerseits mal wieder unsere Vorräte aufzustocken und andererseits noch mal eine Werkstatt zu konsultieren – aber auch, um uns mal die Gegend anzusehen. So fanden wir während eines Spazierganges eine kleine Bucht mit zwei toll wirkenden Gaststätten. Wir wählten die Piratenkneipe...

Es wurde Mittwoch, bis wir nach Treguier fahren sollten. Treguier liegt einige Seemeilen in einem Fluss hinein, der eher an einen Fjord erinnert. Zu Beginn des Fahrwassers wurden wir (standesgemäß) durch zwei Delfine begrüßt, die in unserem Fahrwasser und unseren Wellen spielten. Nach dem Einkauf und nochmaliger Instandsetzung der Seewasserpumpe warfen wir am Freitag, 17.06.2016, gegen 10 Uhr die Leinen los, um nach Roscoff zu segeln.

 

Beim Verlassen des Fahrwassers wurden wir durch das Delfinpäärchen verabschiedet. Etwa eine halbe Stunde spielten diese in unserer Bug- und Heckwelle, kamen auf und schlugen mit ihrer Fluke auf das Wasser, einer stellte sich auf seine Fluke und guckte Iris ins Gesicht. Ein paar Mal schwammen sie noch um bzw. unter das Schiff, dann zogen sie davon.

 

Gegen 19.40 Uhr haben wir die Segel geborgen, sodass wir nur noch unter Maschine liefen. Es zeichnete sich eine deutliche Verschlechterung des Wetters ab, die auf dem Fuße folgte. Mit Wind von steuerbord-querab mit 7 Windstärken (Bft.) und Wellen, die sicherlich 3 bis (einzelne) 5 m hoch waren, stampften wir de letzten beiden Stunden nach Roscoff. Alles ist gut gegangen...

Nun liegen wir in L´Aber Wrac´h. Eine völlig unspektakuläre Anfahrt, wenn man mal von dem Nebel mit nur knapp ´ner halben Seemeile Sicht absieht, der uns eine gute Stunde vor Erreichen des Fahrwassers einholte. Mit Erreichen des Fahrwassers verschwand der Nebel, doch dafür hatten wir plötzlich achterlichen Wind und starke achterliche Wellen. Wir sind regelrecht zum Hafen gesurft, habe den allerletzten freien Liegeplatz ergattern können. Kleines Hafenkino: Wir sind rückwärts in die schmale Box gefahren, dass kennen die hier wohl eher nicht.

 

Sehr gefreut hatten wir uns über Besuchg aus der Heimat. Lars - SY Wonderwall - kam auf `nen Kaffe rüber.

 

Zwei Nächte verbrachten wir in L` Aber Wrac´h, denn es waren für den 20.06.2016 Winde mit Stärken von 7 bis 8 Bft. Angesagt.

Die Überfahrt nach Camaret sur Mer gestaltete sich etwas abenteuerlich. Bedingt durch die starken Strömungen im Bereich der Passage zwischen dem Festland und der Ile de Beniguet wurden wir regelrecht ausgebremst, wir kamen nur noch mit 0,39 bis 1,09 Knoten voran. Entschädigt wurden wir wieder durch eine querende Delfinschule. Gegen 19.40 Uhr hatten wir Carmaret sur Mer erreicht und fanden den allerletzten Platz – und den am Außensteiger, ohne Strom, ohne Wasser, ohne WiFi, ohne Zugang zum Sanitärbereich aber dafür mit deutlichem Schwell. Wir mussten unsere Vorräte auffüllen und haben aus diesem Grunde am folgenden Tag an einen anderen Steiger verlegt...

07 - Der kleine Wohlfühlhafen

Audierne hingegen war ein echter Wohlfühlhafen, doch dort mussten wir erst einmal hin...

 

Nach dem Auslaufen haben wir um 10.40 Uhr das Tuch hoch gezogen. Doch war so wenig Wind, dass wir nicht wirklich voran kamen. Die Maschine haben wir dann ab kurz vor 12 Uhr für etwa eine Stunde unterstützend mit laufen lassen. Gegen 14.30 Uhr kamen wir auf Cap Sizun zu. Die Tidenströmungen prallten auch hier an diesem sehr spitzen Kap wieder aufeinander. Die Wellen mit Höhen von bis zu 5 m kamen teils genau von achtern, der Wind von vorne und von Steuerbord. Trotz nahezu ausgelasteter Maschine liefen wir nur mit 0,1 Knoten. Durch Wind und Strömung wurden wir (langsam) in Richtung der Klippen gedrückt. Also … Ruder nach Steuerbord, Maschine AK voraus. Es war unsäglich, obwohl alles gut gegangen ist. Aber eine so hohe Welle schräg von achtern zu haben ist auch unschön. Der Spuk endete nach etwa einer Stunde. Gegen 15.30 Uhr haben wir die Segel wieder setzen können. Delfine und winkende Mondfische hießen und in der Bucht von Audierne willkommen. Audierne war und vier Tage wert.

Unspektakulär hingegen gestaltete sich die Fahrt nach Benodet am Montag (27.06.2016). Mangels Wind und (wieder) gegen die Strömung sind wir die 33 nm mit Hilfe der Maschine gefahren. Gegen 13.30 Uhr hatten wir den Leuchtturm „Eckmühl“ passiert, bevor wir nur eine Stunde später zahlreiche springende Delfine in einiger Entfernung haben sehen können. Noch vor dem Ende der Öffnungszeit des Hafenbüros haben wir um 18 Uhr festmachen können.

 

Der Hafentag am Dienstag war ausgefüllt mit Waschen und der Proviantbeschaffung. Am Mittwoch haben wir noch die StB-Backskiste aufgefüllt und die Verpflegung für die Dauer der Überfahrt vorbereitet (Nudelsalat, Kartoffelsalat, Frikadellen und gegrilltes Hähnchen). Die Nacht haben wir unüblich früh eingeläutet, um für den nun anstehenden Sprung über die Biskaya richtig ausgeruht zu sein. „Ruhe im Schiff, Licht aus“ bereits gegen 22 Uhr

08 - Sprung über die Biskaya

Der große Sprung über die Biskaya – von Benodet (F) aus nach Gijon (E), ca. 266 nm kürzester Strecke – stand nun an. Brennstoff hatten wir bereits um 11 Uhr im Bunker, 11.10 Uhr waren die Leinen los. Der Donnerstag (30.06.2016) konnte so seinen Lauf nehmen... Bereits kurz vor dem Mittag hatten wir das Fahrwasser verlassen und die Segel gesetzt. Kurs: 194°. Um 13.30 Uhr kam er erste Wind auf (1 – 2 Bft.). Maschine aus und los. Bis gegen 17 Uhr frischte der Wind auf 4 Bft. auf, See kam bis 3 – 4 hoch. Wellen von bis zu 5 m liefen unter das Schiff durch... Betreffend der Wache sind wir übereingekommen, diese zunächst alle 5 Stunden zu wechseln.

 

Der Donnerstag ging in den Freitag mit 4 – 5 Bft. Über. In der Nacht begegneten wir einer ganzen Armada aus Schleppnetzfischern, welche oft Netze mit einer Länge von 6 km hinter sich her ziehen. Immer wieder war es notwendig noch weiter abzufallen, um eine gefährliche Annäherung zu vermeiden. Bis gegen 04.30 Uhr nahmen Wind und Seegang zu 5 – 6, die Höhe der Wellen steigerte sich entsprechend. Bis gegen 11 Uhr flaute es wieder ab, Iris konnte einige Delfine und auch fliegende Fische sehen. Gegen 15 Uhr mussten wir einem U-Boot, besser gesagt einer Antenne eines U-Bootes, ausweichen. Wind und Seegang kamen bis kurz nach 17 Uhr wieder auf (5 – 6 Bft.). Gegen 20.15 Uhr haben wir die Segel gerefft, so ging es mit einigem Wind und Wellen durch die Nacht.

 

Samstag, 13.30 Uhr. Der Wind hat abgeflaut, ist mit den Bordmitteln nicht mehr messbar. Es wurde erforderlich, die Maschine unterstützend mitlaufen zu lassen, um zumindest für die letzten 80 nm bis Gijon steuerungsfähig zu bleiben bzw. den Kurs beibehalten zu können. Gegen 14.40 Uhr bekam Iris – sie hatte gerade Wache – Besuch von z Schwertwalen (Orca`s), die sich in einiger Entfernung zeigten. Bei absoluter Flaute gab es jedoch einen wunderbaren Sonnenuntergang zu betrachten, dessen allerletzter Schimmer noch bis Mitternacht erkennbar war.

 

Gänzlich ohne Wind tuckerten wir nach Gijon. Der klare Himmel bescherte uns einen schönen Sonnenaufgang.

 

Um 08 Uhr hatten wir die Leinen fest, pünktlich um 09 Uhr war ich zur Anmeldung im Hafenbüro und bereits um 10.15 Uhr hatten wir den Zoll zur Kontrolle an Bord (alles o. K.)

09 - Ab um die Ecke

Der Weg nach A Caruna führt uns zunächst entlang der nordspanischen Küste. Am Dienstag machen die Leinen los, um die 47 nm nach Luarca zu segeln. Gegen 10.40 Uhr laufen wir aus und haben zunächst kaum Wind, jedoch briest dieser bis gegen 13 Uhr auf 5 Bft. auf. Mit dem Abflauen erreichen wir gegen 20.50 Uhr Luarca, wo wir mit der Vorleine an einer Muringboje und mit einer um 30 m verlängerten Achterleine (15 m) an einen Poller in 8 m Höhe (es war etwa Niedrigwasser) festmachen müssen. Dieses Procedere (Beiboot ablassen, Leinen verlängern, zum Wellenbrecher paddeln, 8 m senkrecht an einer stählernen und glitschigen Leiter hochklettern, Poller belegen und wieder zurück) macht nicht wirklich Spaß, lässt sich jedoch nicht vermeiden. Bei starkem Schwell liegt das Schiff sehr unruhig, sodass unser Schlaf entsprechend nur als „mäßig“ bezeichnet werden kann. Luarca ist so natürlich keine Empfehlung wert.

So ist es gut, dass wir bereits um 11.45 Uhr (Mittwoch, 06.07.2016) nach dem Frühsport (Leine vom Poller holen...) wieder auslaufen. Angesagt sind 2 – 3 Windstärken, doch kaum sind wir raus – also nur 5 Minuten später – sehen wir uns 4 Bft gegenüber, weitere 20 Minuten später sind es 5 Bft. Durch den östlichen Wind und die Strömungen surften wir mit bis zu 8 kn Richtung Nordwest, doch leider hat das Surfen den Nachteil, dass dieses das Steuern des Schiffes negativ beeinträchtigt. Ergo: Segel etwas reffen, um etwas Fahrt herauszunehmen und so auch einen direkteren Kurs steuern zu können. Mit immer noch bis zu 6,5 kn bei achterlichem Wind können wir auf Ribadeo zusteuern und auf dem Weg zum Tagesziel noch einige Delfine filmen. Die letzte Leine – unsere Achterspring – mache ich um exakt 16.30 Uhr fest. Um 16.31 Uhr reicht Iris mir die Landanschlussleitung, welche ich auf den Steg lege, um die Festmacherleine eines neben uns einparkenden Schlauchbootes anzunehmen. Das ist es vorerst, Strom gibt es später. Mit dem Schlauchboot kommt der spanische Zoll. Die zweite Kontrolle innerhalb weniger Tage – gut, dass wir nichts zu verbergen haben und die Kommunikation hier recht gut funktioniert.

Als kleines Gastgeschenk erhält die „Gorch Fock“ ohne jegliche Nachfrage den Pass des „Real Club Nautico“, der in fast ganz Spanien zu nicht unerheblichen Ersparnissen bei den Liegegebühren führt (15 %).

Hier in Ribadero lernen wir per Zufall auch Reinhard aus Flensburg mit der SY „Dreamer“ kennen, der unserer bisherigen Route entgegen fährt.

Länger bleiben wir aber nicht. Am Samstag (09.07.2016) werfen wir um 11.5 Uhr die Leinen los und fahren nach Viveiro. Das Wetter ist total super, strahlender Sonnenschein den ganzen Tag, doch leider nicht das leiseste Bisschen Wind. Wir motoren also die 35 nm und erreichen Viveiro bereits gegen 17.30 Uhr und werden dort sehr freundlich empfangen. Bei der Anmeldung im Hafenbüro bekommt die Gorch Fock (III) gleich einen Rabatt eingeräumt.

Von dem netten Viveiro aus durchfuhren wir zunächst wieder die schöne Bucht, bevor wir die offene Biskaya erreichten. - Richtig: Noch ist es Biskaya.

 

Entlang der Küste fuhren wir in nordwestliche, dann in westliche Richtung, um der Trichteröffnung der Biskaya gegenüber dem offenen Atlantik näher zu kommen. Mehrere Landzungen haben wir auf dem Weg umrundet. das "Cabo Ortegal" bildete jedoch eine besondere Herausforderung. Dieses Kap ist scheinbar der Punkt, der auf spanischer Seite die Biskaya eröffnet. Bei NUR 3 Windstärken kamen uns Wellen entgegen, die es richtig in sich hatten und sicherlich 10 m hoch waren (etwas weniger als eine Schiffslänge, jedoch mindestens bis an unsere Saling reichend). Aber Hallo ... Das ist schon ein Gefühl, wenn ein 12,50 m langes Schiff steil eine solche Welle emporfährt und an der anderen Seite wieder steil nach unten fällt, um sodann der folgenden Welle wieder zu begegnen. Etwas über eine Stunde benötigten wir, um diesen Trichter zu bewältigen. Nach der Umrundung dieses Kap`s wurde die See auch wieder etwas ruhiger. Bei bestem Wetter mussten wir nun wieder gegen Wind und Strömung an, um einigermaßen zeitgerecht die schöne Ankerbucht von Cedeira zu erreichen. Gegen 19.40 Uhr war es dann so weit, der Anker glitt ins Wasser, auf den Grund, wie lagen fest. Ein kleines Highlight an diesem Abend war es, dass sich ein Internet-Radiosender bei uns meldete und ein kurzes Interview life übertragen wollte. Danke: www.volldampfradio.com.

 

Schon früh erwacht war es eigentlich meine Absicht, schon mal das Frühstück zu bereiten. Noch schnell das Luk aufschieben, etwas frische Luft schnappen und einen Blick auf diese wundervolle Bucht werfen. Der erste Blick: dreieckige Rückenflossen … Haie in der Bucht ? … puh … unsere Freunde, Delfine. Wohl zwischen 50 und 80 dieser bezauberten Geschöpfe schwammen einmal um die Buch und um die Boote, bevor sie wohl wieder in die See hinausgeschwommen sind.

 

Mit einem kleinen bisschen Wind sind wir nach A Caruna gelaufen, wo wir ausgesprochen freundlich empfangen wurden. Dank unseres Real-Club-Nautico-Rabattheftes kamen wir seit längerer Zeit mal wieder unter 20,- € / Nacht.

 

In A Coruna hatten wir einen etwas längeren Aufenthalt, wir warteten auf unsere Gäste Gabi und Merle, welche am Donnerstag kurz vor dem Abend eintrudelten. Am folgenden Tag war eine kurze Besichtigung der Stadt angezeigt, am Samstag gab es noch einmal eine kurze Verzögerung. Doch am Sonntag war es dann so weit, wir sind in die Bucht von Corme gesegelt und haben und dort über Nacht vor Anker gelegt. Während der Fahrt konnten Gabi und Merle jeweils große Fluken aus dem Wasser ragen sehen, die womöglich von größeren Walen stammten.

 

10 -  Grobe Richtung Portugal

Über Camarina ging die Fahrt weiter nach Portosin. Während der Fahrt konnten Merle und Gabi noch einige Delfine und Mondfische betrachten, die sich in der Nähe von Cap Finisterre herumtrieben. Finis und Terre = Ende und Erde = Das Ende der Welt. Wir haben also das Ende der Welt umrundet.

In Portosin wurden die Lebensmittelbestände aufgefüllt, Wasser und Brennstoff gebunkert und Sonne getankt.

 

Am Freitag, 22.07.2016, sind wir nach Corrubedo gefahren, um in der dortigen Bucht an eine Muringboje zu gehen. Für unsere Gäste war es das erste Mal, dass sie Windstärken um 7 Bft. und Wellen bis zu 5 m Höhe erleben konnten. Denn während der Fahrt frischten Wind und See deutlich auf. Kurz vor der Hafenzufahrt haben wir die Segel geborgen, sind unter Maschine in die enge Bucht eingelaufen. Leider mussten wir feststellen, dass eine geeignete Muringboje nicht mehr frei war. Also auf der Stelle wenden, raus aus der Bucht, wieder im Slalom durch die tausend Fischerbojen und Kurs auf San Vicente do Mar (nicht zu empfehlen).

 

Nach einer Nacht fuhren wir die 10 nm nach Sanxenxo. In Sanxenxo verweilten wir einen Tag, so ergab sich dann die Möglichkeit, die eingerissene Genua zu flicken: Gabi und Merle konnten ein Bad in der Sonne genießen.

 

Am Montag, 25.07.2016, ging es dann nach Vigo, wo wir um 16.10 Uhr die Leinen fest hatten. Von Vigo aus traten unsere Gäste am Donnerstag die Heimreise an, nachdem die Zwischenzeit durch Stadtbummel und Shoppinggänge ausgefüllt wurde. Zwei Tage haben wir dann noch in einer Bucht vor der Insel Cies geankert, bevor wir am Montag, den 01.08.2016, den Anker gelichtet haben und nach Viana do Castelo gefahren sind.Auf dem Weg dorthin haben wir bereits gegen 15 Uhr haben wir die Segel gerefft, es kam Wind um 6 Bft. aus nördlichen Richtungen auf, bei achterlichen Wellen, die vereinzelt bereits an die 4 bis 5 m hoch waren. Kurz vor der Zufahrt mussten wir uns wieder durch Fischenbojen schlängeln, was dieses Mal kein Vergnügen war. In der Zwischenzeit hatte der Wind – nun 8 – 9 Bft. – auf Nord gedreht und die Wellen (aus Nord) waren nun durchweg 5 m (und mehr) hoch. Es hatte uns einige Energie gekostet, sauber in den Rio Lima ein- und durchzufahren. Erst unmittelbar vor der Marina war die Landabdeckung derart, dass der Wind nicht mehr störte, jedoch war die Strömung beim ablaufenden Wasser natürlich überobligatorisch.

11 - Lisboa wartet schon

Auslaufen 11.30, Nebel, Sichtweite ca 150 m, 15.30-16.00 Nebel verdichtet sich, SW nur noch 2 Schiffslängen, ab 16.30 leichte Auflockerung, SW 250 m, anschließend noch weiter Auflockerung, mwestl. Vila Cha winkt die Crew der SY Bojanglies / NL (Seenotfall ?), halten drauf zu und fragen nach, alle in Ordnung, Kurs wieder aufgenommen, 19 Uhr leinen in Leixoes fest.

 

05. und 06.08. Bus nach Porto, Stadtbesichtigungen.

 

Nach dem Auslaufen gegen 12 Uhr haben wir die Segel gesetzt und den Motor zunächst noch ne halbe Stunde mitlaufen lassen. Gegen 14 h kam so viel Wind auf, dass wir die Segel ins erste Reff gezogen haben. In einer Entfernung von etwa 2 bzw. 5 nm begeneten und gegen 17 Uhr zwei Dreimster. Leider konnten wir die Identität aufgrund der Distanzen nicht wirklich ausmachen. Vor der Hafenzufahrt Aveiro jedoch begegnete uns die norwegische Bark „Statsraad Lehmkuhl“, von der wir einige Bilder gemacht und ein kurzes Video gedreht haben. In der Ankerbucht von Aveiro gingen wir gegen 20 Uhr vor Anker, wegen der unsicheren Wassertiefe h.atten wir die Kette gegen 21 Uhr einige Meter eingeholt. - Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste.

 

Während der gesamten Fahrt über konnten wir etliche Waldbrände beobachten, der Himmel an Land und über der See war zugezogen von Rauchwolken.

 

Nach dem Abwaschen der Solarzellen (Ruß) haben wir den Anker gegen 11 Uhr gelichtet. Der Himmel über Land und See war immer noch mit Rauchwolken übersäht. Obwohl sogut wie kein Wind war, hatten wir erwartungsvoll schon mal die Segel gesetzt, die Maschine aber mitlaufen lassen.Gegen 18 Uhr haben wir die Segel eingeholt, um 18.30 Uhr waren die Leinen in Figueira da Foz fest. Während der Fahrt kreuzten Delfine unseren Weg, doch hier in Portugal sind die so scheu, dass die nicht mal in unser Nähe kamen. Figueira war ein schönes Städtchen, wir legten 2 Hafentage ein.

Von Figueira da Foz sind wir am Donnerstag nach Nazare´ gefahren. Bei 42 °C und fast ohne Wind sind wir gegen 12 Uhr ausgelaufen. Gegen 13 Uhr haben wir erwartungsvoll die Segel gesetzt und die Maschine abgestellt. Doch ab 15 Uhr war garnichts mehr, völlige Flaute, also Maschine wieder an und nach Nazare´ motoren.

 

Kein Wind, kein Seegang, alles motort. Peniche ist ein kleines Städtchen mit einer historischen Befestigungsanlage. Die Stadt ist bekannt als Paradies für Surfer und für den Sardinen-Fischfang. Leider ist der Hafen recht frequentiert, Gastlieger können in der Marina ausschließlich an der Außenseite des Außensteigers festmachen und dort Päckchen bilden. Der Schwell ist äußerst unangenehm und potenziell schädlich, wobei dieser ausschließlich durch die Schifffahrt (meist Motorboote privater Angler) verursacht wird. Am Sonntag musste die deutsche SY Fortuna bei uns ins Päckchen kommen, über die sehr angenehme Begegnung haben wir uns wieder gefreut.

Nach dem Auflösen des Päckchens mit der Fortuna sind wir gegen 09 Uhr ausgelaufen. Es war zum Mäuse melken, Mal wieder keine Wind, in dieser Folge war wieder einmal Motoren angezeigt. Um 16.25 Uhr umrundeten wir „Cabo da Roca“ (Kap Roca), den westlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Wieder einmal stellte sich ein Kap-Effekt in der Form ein, dass die Strömungen kollidierten und die See dadurch aufwühlte. Unerwartet kam in der Mündung des Rio Tejo, der Zufahrt nach Lissabon, Wind bis 6 – 7 Windstärken auf. Teils gegen den Wind und voll gegen die Strömung des Flusses fuhren wir die letzten Meilen bis nach Lissabon. Es war ein imposanter Anblick, die Stadt von der Seeseite her bei Dunkelheit im Vorbeifahren zu sehen... Gegen 22 Uhr hatten wir die Marina Alcantara erreicht. Wir nahmen den ersten freien Liegeplatz und machten fest.

 

Während der Fahrt hat sich wieder einmal ein Defekt an der Seewasserpumpe eingeschlichen. Die Pumpe habe ich sofort am Dienstag demontiert und eine geeignete Werkstatt gesucht.

 

In Lissabon blieben wir 8 Tage, denn neben der Besichtigung der Stadt galt es auch, eine geeignete Werkstatt zu finden, die unsere Wasserpumpe instandsetzen konnte. Diese fand sich am anderen Ende der Stadt. - So war es von ausgesprochenem Vorteil, dass wir Klapp-Fahrräder an Bord haben.

 

Lissabon selbst ist groß. So haben wir einige Erkundungstouren zu Fuß andere via der öffentlichen Verkehrsmittel (S-Bahn und Electrico) vollzogen. Die zahlreichen Sehenswürdigkeiten haben wir dennoch nicht alle abklappern können. Zahlreiche Eindrücke liefert jedoch die Bildergalerie.

 

 

12 - Vor der Meerenge von Gibraltar

Nach dem Verlassen des Hafens haben wir noch kurz in Behlem festgemacht, um unseren Brennstoffbunker aufzufüllrn. Doch dann sind wir los. Bei NULL Wind sind wir Richtung Sesimbra motort und passierten das Cabo Espichel gegen 16.50 Uhr. Wieder einmal Kap-Effekte: 3 m Wellen und Strömung von achtern, am Kap kreuzende Seen und plötzlich aufkommender stärkerer Wind. Durch die Fischerbojen hindurch geschlängelt und die Hafenzufahrt erreicht. Hier in der Bucht rotierte der Wind, Anlauf genommen, gut gepeilt und in einem Zug in die zugewiesene Box. Im Anschluss wurden wir Zeugen eines Hafenkinos, bei dem der französische Skipper beim Versuch seine Box zu erreichen noch 5 – 6 andere Boote touchierte.

Unmittelbar nach dem Verlassen des Hafens von Sesimbra sahen wir beireits eine dreieckige Rückenflosse aus dem Wasser ragen. Ein Delfin konnte es nicht sein, die Bewegung des Tieres war nicht schnell genug. Ach die Form war nicht ganz so, wie wir die Finnen der Delfine in Erinnerung hatten, dazu war die Spitze noch dunkel (schwarz ?) gefärbt. Bei der näheren Betrachtung zeigte sich die Form des Fisches – ein Hai. Nur wenige Meter weiter sahen wir den zweiten. Handy raus, erst mal Video aufzeichnen...

Mit dem Aufkommen des Windes gegen 13 Uhr sofort die Segel gesetzt und die Maschine abgestellt. Mit den 3 – 4 Windstärken aus westlichen Richtungen (in Böen auch 5 – 6) kamen wir gut voran. Gegen 17.40 Uhr haben wir das Kap erreicht, nach Umrundung die Segel geborgen und die Maschine wieder gestartet, den wir hatten die Hafenzufahrt bereits wieder erreicht.

 

Hier in Sines trafen wir auch Knut und Kerstin (SY Fortuna) wieder, die wir auf unseren ersten selbst hergestellten Sangria eingeladen haben. Es war ein lustiger Abend...

 

 

Von Sines aus steuerten wir die Bucht von Arrifana an, welche nach Westen – also zum Atlantik hin – offen ist. Bedingt durch den deutlichen Seegang und die stärkeren Winde verbrachten wir hier ein recht unruhige Nacht vor Anker, bevor wir am Dienstag den Weg zur Bucht von Baleeira antraten.

 

Anker auf, Segel raus - und ab ging die Post mit 4 – 5 Bft. aus NNW. Mit Erreichen des Cabo Sao Vicence brieste der Wind auf gute 6 Bft. auf. Die achterliche See wühlte sich auf und schob uns mit ihren bis zu 5 m hohen Wellen um das Kap. Nach der Halse also in Richtung des nächsten Kaps – Kap Sagres. Die Wind rotierte in der Bucht zwischen den beiden Kaps, die ja nur 1 – 2 nm auseinander liegen. Der Wind nahm bis auf gute 8 Bft. zu, die Seen kreuzten sich bei aufeinander prallenden Strömungen. Noch einmal halsen, dann Maschine an, Genua rein und um den Wellenbrecher in die vermeidlich ruhige Bucht hinein.

 

Zwei Tage lang tobte hier in der Bucht starker Wind mit bis zu 10 Bft. (Sturm). Doch der Anker, den wir bei 9 m Wassertiefe an 36 m Kette ausgebracht hatten, hielt den Belastungen stand. Es ist dennoch immer wieder ein komisches Gefühl bei solch starken Winden und/oder Strömungen von nur dem Anker gehalten zu werden.

 

Am Donnerstag, 01.09.2016, stellte sich der Atlantik als „Ich-bin-der-kann-kein-Wässerchen-trüben-Atlantik“ vor. Spiegelglatte See, man hätte sich damit rasieren können. Kein Wind, den hatte er ja nun vollends verbraucht, und strahlender Sonnenschein. Also abermals motoren.

Am folgenden Tag liefen wir die Bucht von Faro und Olhao an, wo wir gegen 19.30 Uhr fest vor Anker lagen. Zwei Stunden zuvor begeneten wir noch einem der portugiesischen Dreimast-Gaffelschonen, der NTM „Creoula“ oder der „Santa Maria Manuela“. Iris, Paul und Nati haben einen Badereifen aufgepumpt und sich eine ganze Weile im Waser der Lagune getollt.

 

Um 12.40 Uhr war der Anker wieder auf und die Reise führte uns nun zum letzten Stop in Portugal, nach Santo Antonio an der portugiesischen Seite des Grenzflusses Rio Guardiana. Wieder mussten wir uns zwischen endlosen Fischerbojen hindurch schlängeln. Und natürlich war es nahezu windstill, sodass wir erneut unter Maschine fahren mussten. Bislang hatten wir mit den Fischerbojen ja Glück, doch nun war es so weit... Um 13.35 Uhr liefen wir an der Position 36° 57,7´ N – 007° 51,0´ W in eine Boje mit Zweitschwimmer, die sich scheinbar gelöst hatte. Die Leine, die die Boje mit dem Schwimmer verbindet, lag knapp unterhalb der Wasseroberfläche. Ein Umfahren war nicht mehr möglich. Also „Antrieb aus“ und hoffen, dass wir hinüber gleiten. Doch das hat zunächst nur teilweise funktioniert, denn die Leine blieb am Kiel hängen, wurde jedoch nicht von der Schraube angesogen. Nachdem wir fast zum Stillstand gekommen waren, rutschte die Leine weiter nach unten, dann an der Schraube und am Ruder vorbei, bis sie achtern sichtbar wurde. Glück gehabt !

 

Um 19.30 Uhr haben wir in Santo Antonio die Leinen fest gemacht. Für den gesamten Hafen mit mehreren hundert Liegeplätzen standen für Männlein und Weiblein jeweils nur 2 Duschen und 1 WC zur Verfügung. Der Brennstoff (Diesel) war 17 ct je Liter teurer als in den vorangegangenen Häfen. Wir haben nicht getankt und können den Hafen insoweit auch nicht gerade empfehlen.

 

Um 12.40 Uhr war der Anker wieder auf und die Reise führte uns nun zum letzten Stop in Portugal, nach Santo Antonio an der portugiesischen Seite des Grenzflusses Rio Guardiana. Wieder mussten wir uns zwischen endlosen Fischerbojen hindurch schlängeln. Und natürlich war es nahezu windstill, sodass wir erneut unter Maschine fahren mussten. Bislang hatten wir mit den Fischerbojen ja Glück, doch nun war es so weit... Um 13.35 Uhr liefen wir an der Position 36° 57,7´ N – 007° 51,0´ W in eine Boje mit Zweitschwimmer, die sich scheinbar gelöst hatte. Die Leine, die die Boje mit dem Schwimmer verbindet, lag knapp unterhalb der Wasseroberfläche. Ein Umfahren war nicht mehr möglich. Also „Antrieb aus“ und hoffen, dass wir hinüber gleiten. Doch das hat zunächst nur teilweise funktioniert, denn die Leine blieb am Kiel hängen, wurde jedoch nicht von der Schraube angesogen. Nachdem wir fast zum Stillstand gekommen waren, rutschte die Leine weiter nach unten, dann an der Schraube und am Ruder vorbei, bis sie achtern sichtbar wurde. Glück gehabt !

 

Um 19.30 Uhr haben wir in Santo Antonio die Leinen fest gemacht. Für den gesamten Hafen mit mehreren hundert Liegeplätzen standen für Männlein und Weiblein jeweils nur 2 Duschen und 1 WC zur Verfügung. Der Brennstoff (Diesel) war 17 ct je Liter teurer als in den vorangegangenen Häfen. Wir haben nicht getankt und können den Hafen insoweit auch nicht gerade empfehlen.

 

Nachdem ich den Brennstoff aus unseren Reservekanistern in den Tank gefüllt hatte, sind wir ausgelaufen. Direkt mit dem Erreichen der Seegrenze Spaniens wurde die Gastlandflagge gewechselt, unmittelbar danach die Segel gesetzt. - Ziel: Mazagon. Die rund 26 Seemeilen verliefen unspektakulär. Der unmittelbar angrenzende Badestrand lud unsere Gäste ein, sich noch ein wenig dem Wasser und dem Strand hinzugeben.

 

Von Mazagon aus sind wir dann am 08.09.2016 – nachdem wir Wasser und Brennstoff aufgefüllt haben – nach Chipiola gesegelt. Nach einem gemütlichen Abend sammelten wir am Freitag (09.09.) unseren weiteren Besuch (Conny) ein. Für die Besatzung bot sich nun die Gelegenheit, abermals den Strand aufzusuchen. Gleichzeitig galt es, auch die Vorräte aufzustocken, denn in fünf Mägen passt viel rein (fragt ALF).

 

Nur vier Stunden benötigten wir von Chipiola nach Cadiz. Die Fahrt erfolgte dicht unter Land und Conny wurde temporär seekrank. Nach dem Festmachen der Leinen gegen 16.30 Uhr war noch der obligatorische Einkauf frischer Lebensmittel angezeigt. Während die drei Mädels bereits die Stadt erkunden konnten, lag es an Paul und mir den Einkauf zu erledigen. Doch danach konnten wir auch los. Das Flair der Stadt bezirzte, wir sind auch den Sonntag noch geblieben. Cadiz zählt zweifelsohne zu den schönsten Städten, die wir auf unserer Reise haben betrachten können.

 

 

Am Montag, 12.09.2016, beabsichtigten wir die Fahrt von Cadiz zur Bucht von Conil. Jedoch kam entgegen der Vorhersage Wind um 6 Bft. aus Süd auf, was unsern Gästen zum Teilverhängnis wurde. Wir kämpften uns zwischen Felsen und Untiefen hindurch, umschlängelten zahlreiche Fischer-Dinger. Bei weiterer Zunahme des Windes auf 7 – 8 Bft. und unter Berücksichtigung des (vorsichtig) „Unwohlseins“ habe ich beschlossen, die Route abzuändern. Statt Conil fahren wir nun nur noch die paar Meilen bis in die Lagune von „Sancti Petri“, wo wir gegen 18 Uhr an der Muringboje fest lagen. Mit der Beruhigung von See und Wind kaum auch bei unseren Gästen wieder frisches Leben auf.

 

Am folgenden Tag hat die Crew bei angesagten 7 Bft. einen Landausflug gemacht. Um an Land zu kommen, brauchte nur der Real Club Nautico angesprochen werden. Der Abhol- und Bringservice ist in der bescheidenen Gebühr enthalten.

 

Ein besonderes Datum ist für uns der 14.09.2016, der Tag, an dem wir auf dem Weg nach Barbate das Kap Trafalgar umrundet und eine Gedenkminute an die Seeschlacht vom 21.10.1805 eingelegt haben.

 

Im Hafen festgemacht, haben wir noch bis in den Abend hinein vor- bzw. nachbereitende Arbeiten erledigt (Wasser gebunkert und Wäsche gewaschen). Der Hafen ist wenig reizvoll, die Anlagen eher mäßig, es gibt kein WiFi und erscheint zu teuer (31,80 €).

13 - Durch die Meerenge, um Gibraltar Richtung Winterlager

Barbate war der letzte Stop vor der Straße von Gibraltar. Wind und Strömung am westlichen Eingang zur Straße waren uns wohlgesonnen. Mit guten 9 kn Fahrt steuerten wir auf Tarifa zu und passierten die südlich vorgelagerte Festung, dem südlichsten Punkt des europäischen Festlandes. Mit der Fahrt sind wir direkt weiter Richtung Gibraltar gefahren und haben dabei die engste Stelle der Meerenge passiert. Die Bucht von Gibraltar, welche sich von Algeciras bis nach Gibraltar selbst öffnet, bescherte uns strömungs- und windbedingte Beschleunigungseffekte und eine recht raue See. Mit der Einfahrt in die Bucht konnte ich kurz einen Wal sehen, unmittelbar danach wurden wir standesgemäß von Delfinen empfangen. Die Marina (Real Club Mediterraneo) in Algerciras liegt in einer maritimen Agglomeration, in einer Kloake, in welche stinkende Abwässer der Stadt eingeleitet werden.

 

Nachdem wir Conny pünktlich zum Bus gebracht hatten, sind wir direkt wieder ausgelaufen. Ziel Alcaidesa – unser Ausgangspunkt für unsere Gibraltar-Touren. Nach 2.296 Seemeilen endlich Gibraltar. Lars mit seiner „SY Wonderwall“ erwartete uns bereits. Die Freude des Wiedersehens haben wir natürlich in gemütlicher Runde genossen. Mit unseren Klapprädern waren es nur wenige Minuten bis Gibraltar, dessen Historie wirklich erkundenswert erscheint. Der britische Stil hat über die vergangenen 200 Jahre die Halbinsel gezeichnet.

 

The Rock of Gibraltar - fron the eastside
The Rock of Gibraltar - fron the eastside

Am 21.09.2016 war es dann so weit. Um 12.25 Uhr haben wir die Leinen gelöst, um eine beankerbare Bucht vor Marbella aufzusuchen. Gegen 13.20 Uhr haben wir den südlichsten Punkt der Halbinsel Gibraltar, den „Europa Point“ passiert. Durch den Turbineneffekt der Meerenge mussten wir Winde um 6 – 7 Bft aus südwestlichen Richtungen verzeichnen, die nur sehr langsam abflauten. Nach der Umrundung konnten wir dann die Genua ausrollen und den Motor abstellen.

 

Heute Abend sollte es Schweinegulasch geben. Und weil gutes Essen auch seine Weile braucht, habe ich zwischendurch schon mal (bei immer noch guten 5 – 6 Bft.) das Fleisch und die Zwiebeln gewürfelt, die Paprika in kurze Streifen geschnitten, das Fleisch scharf angebraten und anschließend von der Pfanne in einen großen Topf geschüttet. Die Zwiebeln und Paprika hinzugegeben, etwas Brühe aufgegossen, ein paar Kräuter und Gewürze (Wacholderbeeren, Lohrbeeblatt, Pfeffer, Salz, Paprika sowie etwas Majoran und Rosmarin) beigemengt und eine rohe Kartoffel hineingeraspelt. Das Ganze auf kleiner Flamme lange köcheln lassen, anschließend mit Sahne (Creme fraiche und Schmand war nicht mehr da) und Weißwein (nicht zu viel, dann braucht es auch nicht so lange reduzieren) aufgekocht. Fertig war der Gulasch. Abends – noch während der Fahrt bei immer noch guten 5 Bft. – noch kurz Kartoffeln geschält und gekocht. Das war wieder lecker – und wir konnten es dank tiefer Teller auch während der Fahrt genießen.

(Auf die eure Frage hin: Ja, ich kann die eine oder andere Speise bereiten. Ich hatte halt gute Lehrer – Mama und Horst Lichter.)

 

Gegen Abend flaute der Wind deutlich ab, sodass wir gegen 19.15 Uhr die Maschine anstellten. Gegen 19.45 Uhr haben wir dann auch die Genua eingerollt. Um 21.55 Uhr konnte der Eintrag in Logbuch lauten: Anker liegt und hält.

 

Apropos Anker … Wir verfügen über einen 12 kg schweren QCR-Anker an einer 75 m langen Kette. Beim Ankern geben wir Kette nach folgender Faustformel: Mindest-Kettenlänge im Wasser (LiW) = 20 m Kette auf dem Grund liegend (KaG) + 5 m für den Durchhang (Dh) + Wassertiefe (Wt).

 

 

Am folgenden Tag reisten wir nach Malaga – der Stadt, die nach meinem Lieblingseis benannt ist.

 

Auch diese Fahrt erwies sich als abwechselungsreich, was den Wind und die See angeht. Bei Windstille haben wir den Anker aufgeholt, eineinhalb Stunden später konnten wir schon segeln (Genua raus), weitere drei Stunden vergingen, bis wir gute vier Windstärken verzeichneten, nach nocheinmal einer halben Stunde mussten wir bis zu 6 Bft. hinnehmen.

 

Gegen 17.50 Uhr erreichten wir dann die Zufahrt zum Yachthafen, wo wir durch die dort kreuzende Korvette „Cazadora“ (P 78) der spanischen Marine beschützt wurden.

 

Aufschießer fahren, Maschine an, Segel rein und ab in die Marina. 18.10 Uhr hatten wir die Leinen fest.

 

Die Marina (Real Club Mediterraneo de Malaga) war für uns ein notwendiger Anlaufpunkt, denn hier erwarteten wir noch mal einen kurzen Besuch. Viele schwärmen von Malaga als Stadt, doch zählt sie nicht zu den schönsten Städten, die wir bislang haben besuchen können. Und auch die Marina selbst lässt arg zu wünschen übrig. Die Toiletten und WC´s befinden sich in einem Baucontainer. Für mehrere hundert Liegeplätze zuzüglich der angeschlossenen Segel- und Surfschule sowie dem Ruderverein stehen nur 2 viel zu kleine WC´s und 3 kleine Duschen mit Vorhängen in dem Container zur Verfügung, die außerdem teilweise defekt sind, dafür aber eine Menge Schimmel aufweisen. Es gab darüber hinaus auch keinen Internetzugang, der auch wirklich funktionierte. Einkaufsmöglichkeiten waren derart weit entfernt, dass der etwas größere Einkauf mit einem Taxi zur Marine befördert werden musste (9,30 €). Für nur 2 Nächte mussten wir jedoch 104,- € bezahlen, also 52 € je Nacht.

 

Während der folgenden Nächte sind wir ausschließlich Buchten angelaufen. Die Bucht von Torre del Mar, wo wir kurz vor der Hafeneinfahrt – nachdem wir uns durch die Fischfarmen geschlängelt hatten – ein schönes Plätzchen fanden und die Bucht vor Almunecar, wo wir zwei Nächte vor einem schönen Strand – leider bei dem Wind ein kleines Bisschen unruhig – lagen. Bedingt durch eine leichte Bewölkung am 3. Tage konnten unsere Batterien nicht mehr gänzlich aufgeladen werden. Am frühen Morgen hatte sich die Solaranlage abgeschaltet, sie konnte keine 12V-Batterie mehr erkennen (Batteriespannung nur noch 6,2 V). Kleiner elektrischer Trick angewandt, dann lud die Solaranlage wieder und knapp zwei Stunden später waren alle Batterien wieder voll.

 

Unser Winterlager war nur noch etwa 60 nm – nur noch 2 Tagesreisen – entfernt, unsere Freunde mit der SY Schnüffel (wir nennen Ilona und Werner ganz liebevoll die „Schnüffels“) sind schon dort. Also: Anker auf und los. Doch als Segler sind wir natürlich an die Natur gebunden.

 

Wir haben pünktlich den Anker hoch genommen und sind ohne Wind nach Motril gefahren, wo wir ursprünglich zu ankern gedachten. Motril verfügt auch über eine Marina, in die man bei zu starken Winden einlaufen könnte. Auf dem Weg dorthin konnten wir noch eine Delfinfamilie beobachten, welche sich den verdienten Lunch zu holen gedachten. --- Hoffentlich hat es geklappt, denn der Fischer war noch vor Ort...

 

Ein Blick auf die Wettervorhersage zeigte, dass ein gutes Windchen im Anmarsch war. Bis 7 Bft. waren angesagt, also draußen in der Bucht vermutlich noch eine oder zwei Windstärken mehr. Anstatt zu Ankern ordnete ich an: Wir fahren in die Marina. - Und das war auch eine weise Entscheidung, denn in der Nacht und über die nächsten Tage peste es hier richtig. Im Laufe der vier Tage haben wir zwei durchgewetzte Festmacherleinen (samt Schamfilierung) zu verzeichnen. Gott sei Dank nur das. Bei den vorherrschenden starken Winden (7 – 8 Bft. aus OSO, in Böen 9+) aus Ost – Südost trug der Wind hier einen Schwell in die Marina, der einen wahrhaften Tanz der Boote ausgelöst hatte.

 

Die Marina befindet sich in der nordwestlichen Ecke der Hafenanlagen und verfügt über etwa 150 – 170 Liegeplätze. Für die kleineren Schiffe sind an dem Steiger nur Muringe vorhanden, für größere Schiffe (> 10 m) gibt es Steiger mit Fingersteigern und – weil sie zum Hafen hin befindlich sind – zusätzlichen Muringen. Bei östlichen – südöstlichen Winden liegt man hier extrem unruhig. Das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit, Die sanitären Anlagen sind sauber und funktional, die Internetverbindungen sind hier mal echt positiv erwähnenswert. Jedoch halte ich den Preis von regulär etwa 45 € pro Nacht zuzüglich der Steuer von 21 % für deutlich überzogen. Nur Dank meines Hinweises, dass wir über zahlreiche Rabattkarten verfügen und die Rabatte auch dringend brauchen weil wir auf Weltreise sind, verschaffte uns einen Discount von 20 % --- dennoch: Für "Langfahrer" wie wir viel zu teuer.

14 - Im Winterlager

Der Turm beherbergt das Hafenbüro
Der Turm beherbergt das Hafenbüro

Am 01.10.2016 gegen 18.40 Uhr haben wir nach 152 Tagen bzw. 2.460 nm die Marina Almerimar im Süden Spaniens erreicht, wo wir die Winterzeit über zu verweilen gedenken.

 

Unsere Liste betreffend der Dinge, die wir hier zu erledigen gedenken, ist lang. Neben einigen Arbeiten, die ich noch am Schiff auszuführen gedenke, wie eine weitere Optimierung der 12-V-Anlage oder auch eine Verbreiterung des achteren Durchgangs durch die Reling, steht auch der Besuch des Zahnarztes auf dem Programm.

 

Schon bei unserer Ankunft wurden wir durch die uns bereits erwartenden "Schnüffels" sowie durch die Stützpunktleiteung des TO und DSV-Kreuzer begrüßt. Nun (30.10.2016) ist bereits ein Monat vergangen und wir haben schon einige Erledungen getätigt. Auch haben wir bereits an verschiedenen "Events" teilgenommen oder diese ausgerichtet.

 

 

Als Winterlager für den Übergang von 2016 auf 2017 hatten wir Almerimar in Südspanien erwählt. Für diesen Standort sprachen gleich mehrere gute Gründe: Zum Einen sind dort die Liegekosten gut erträglich, der Einkauf ist fußläufig möglich, mehrere deutsche und deutsch sprechende Hanwerker der verschiedenen Gewerke sind dort ansässig. Zum Zweiten besteht von dort aus eine sehr gute und günstige Busverbindung zu den nächst größeren Städten wie El Ejido, Roquetas de Mar (0,88 € für die Strecke von 40 km), Almeria und auch Malaga. Derart geringe Fahrkosten kamen mir natürlich gut zupaß, als ich regelmäßig den deutschen Zahnarzt - Dr. med. dent. Hillenbrand (kann ich empfehlen !), dessen Frau direkt die Zahntechnikermeisterin mit eigenem Labor ist - konsultieren musste.

 

Kurz vor uns lief bereits die SY Schnüffel (Ilona & Werner) in Almerimar ein, mit denen wir uns bereits deutlich angefreundet hatten. So wurden wir gleich noch am Abend in Empfang genommen.

 

Der Winter hier im Süden Spaniens war vergleichsweise warm und sonnig. Ab und an war mal ein Tag mit etwas schlechterem Wetter zu verzeichnen, doch überwiegend waren gut positive Temperaturen und viel Sonne zu verzeichnen. Auf den Gipfeln der mehr als 100 km entfernten Sierra Nevada konnte ich sogar Schnee erkennen.

Eine kleine Sensation lies sich vermuten, als kleine schwarz-weiße Vögel hier wie Pfeile durch das Wasser schwammen. Färbung, Flügel, Füße und Schwimmen ließen zunächst auf sensationelle Pinguine schließen. Eines Tages saß jedoch einer am Mittelwant des Besanmastes – und da konnte er nun hin geflogen sein. Pinguine sind jedoch flugunfähig, sodass erneute Recherche angezeigt erschien. So kamen wir auf den Gedanken, es könne sich um einen Tordalken handeln, was sich später auch bestätigte. Vergleicht man beispielshalber Brillenpinguine mit dem Tordalken, so könnte man vermuten, es seien Geschwister. Wegen den großen Ähnlichkeiten nenne ich sie nun „Pinguine des Nordens“.

 

Über Weihnachten und Neujahr stand für mich die erste Heimreise an, Iris war bereits im November schon einmal in Berlin. Während meine Mitseglerin nach Weihnachten nach Berlin weiter reiste, verbrachte ich den Jahreswechsel im Kreise meines ausgesprochenen Freundes- und Bekanntenkreises auf den Maasplaßen in Roermond, wo ich zuvor schon mehrere Jahre auf meinen Schiffen gelebt hatte. Ende Februar 2017 wurde ich zu Jeanettes 50. Geburtstag eingeladen. Da hatte sie wohl angenommen, die Einladung mit einem gestreckten Mittelfinger versehen zu können - so nach dem Motto „der kommt sowieso nicht“. Irrtum Jeanette, für so 'n paar Überraschungen war bzw. bin ich immer gut. ***grins***

 

Von meiner Mitseglerin (Iris H. - alias Siri S.) musste ich mich bereits Anfang März 2017 trennen, nachdem ihre Unterschlagungen bzw. Betrügereien zum Nachteil der Bordkasse offenbar wurden. Leider ging das nicht so friedlich, wie es wünschenswert gewesen wäre, denn mit dem Verlassen des Schiffes - ich befand mich selbst noch in Deutschland - verschwanden auch etliche Lebensmittel und Getränke sowie einige Ausrüstungsgegenstände, ein paar meiner DVDs und sogar ein etwas älteres Galaxy Tab 3 meiner Tochter Anne, welches sie leihweise in Gebrauch hatte. Folgend wurde ihrerseits meine Internetseite unerlaubt geöffnet und derart verändert, dass ich selbst keinem Zugriff mehr darauf hatte. So steht nun auch der Straftatbestand der Computersabotage im Raume - öffentliche Verleumdungen, die Gefährdung des Schiffsverkehrs sowie diverse Verstöße gegen das Urheberrecht mal ganz außen vor gelassen. Wie sich herausstellte, gibt es bereits mehrere Skipper, die sie auf gleiche bzw. ähnliche Art und Weise „geprellt“ hat. - Nun denn, jetzt befassen sich mindestens die Staatsanwaltschaften und Gerichte in Berlin und Hamburg mit den Fällen der Iris H.

15 - Valencia - Wir kommen

Es kam, wie es kommen musste. Eines Tages war der Zeitpunkt gekommen, an dem es galt Abschied von denen zu nehmen, die mir in der vergangen Zeit so ans Herzlein gewachsen sind. Insbesonder zöhlenb Alexandra und Udo dazu, welche schon vor etlichen Jahren dort ihre neuie Heimat gefunden haben. Wöhrend Alex das "LavaCentro Almerimar" (0034-950497876) betreibt, befasst sich Udo mit dem Service an Schiffen und Booten (0034-638476796).

 

Der Tag des Auslaufens war dann der Dienstag, 25.04.2017. Wehmütig trieb die GoFo auf die Ausfahrt zu und musste sich ihren Weg auf die offene See suchen.

 

Der erste Schlag sollte in eine kleine, fast rundum geschützte Bucht nahe San Jose führen, um dort die Nacht vor Ankler zu verbringen. Aber ... Pläne macht man auf Papier - und Papier ist geduldig.

 

Mit schwachem Wind aus WSW bin ich gegen 11 Uhr ausgelaufen, habe die Segel gesetzt und mich von dem lauen Lüftchen des Weges ziehen lassen. Doch mitten in der Bucht von Almeria kam plötzlich heftigerer Wind auf, der gegn 17 Uhr gute 6 Windstärke (Bft.) erreichte - Tendenz steigend. Schnell die Genua ganz klein getrommelt und den Besan ins Reff. Das sind die beiden Segel, die ich bedienen kann, ohne das relativ sichere Cokpit verlassen zu müssen.

 

Etwas besonderes hatte sich dennoch zugetragen: Gegen 17.40 Uhr erschien im Abstand von max. 30 bis 50 Metern an Bachbord eine kleine schlammgraue Insel, diese zeigte eine kleine keilförmige Erhebung und verschwand wieder. Einige Zeit später war ein solches Phänomen an der anderen Site in rund 100 m zu beobachten. Schließlich konnte ich auch feine Sprühnebel erkennen. Ich hatte offenkundig das Glück, dass mich eine kleine Schule von Walen (verm. Buckelwale) eine ganze Zeit lang begleiteten. - Ich mag Meeressäuger.

 

Es wurde 21 Uhr, die Sonne war weg, die Bucht nicht beleuchtet der Wind kam bei achterlicher Welle auf gut 8 Bft. auf. - Kein Spaß mehr. - Ich entschloss mich, an der kleinen unbekannten Bucht vorbei zu fahren, die nächste sollte ja nicht soooo weit entfernt sein. In der erging es nicht anders.

 

Kurzer Entschluß: Nachtfahrt, Kurs grob NO. Etwas erschöpft verfiel ich zeitweise in Sekundenschlaf. Doch gegen 04 Uhr - ein abruptes Ende, Wie auf einen Schlag herrschte nun Windstille. Die See wurde spiegelglatt und die Stille wurde nur gelegentlich durch das sanfte "Pffffh" durchdrungen, welches Delfine beim Ausblasen von sich geben.

 

In der Bucht am Monte Copa legte ich mich vor Anker, um aufkommende Winde abzuwettern. Die Zufahrt war um eine Fischfarm herum möglich. Eine riesige Schule von Delfinen tümmelte sich vor der Farm. Doch leider war auch diese Bucht nicht bis in die geschütze Ecke zu befahren, denn vor dieser Ecke hatten Fischer ihre Netze gespann - und zwar durchgehend.

 

Zwei Tage blieb ich - Höllentage. Das Wetter drückte ordentlich Schwell in die Bucht. Es war während dieser Liegezeit nicht an Schlaf zu denken. Anstrengend.

 

Am 29.05.2017 war es dann soweit. Der Wind flaute etwas ab. 11 Uhr standen die Segel, 11.30 Uhr unter Maschine aus der Bucht raus, 11.35 Uhr setzte die Maschine aus.Wie gut, dass bei einem Segelschiff die Maschine nur ein Hilfsantrieb ist.

 

Nächster Stop: Cartagena. Unter Segel in den Hafen rein und mit einigen Schwierigkeiten an einen freien Steiger. Wieder ein Liegetag, doch in diesem Falle, um den Hilfsantrieb wieder in Gang zu bekommen.

 

Am späteren Nachmittag bekam die Marina noch einien schönen Besucher: Die polnische Bark "Fryderyk Chopin" (Bilder oben). Als alter Großseglerfan war es für mich natürch wieder herrlich anzusehen, wie sie rückwärts durch die Marina jonglierte.

 

Nach 13 Stunden Fahrt erreichte ich am Mittwoch, 03.05.2016 gegen 00.30 Uhr die Bucht von Santa Pola. Ich brauchte am 06.06. erst in Alicante sein - und Alicante war gleich ninterm Kap.

In Alicante habe ich Für die Dauer von 10 Tagen eine Mitseglerin an Bord genommen - Katharina. Mit ihr hatte ich vereinbart, dass die Fahrt nach Valencia führt und wir einen Tag früher dort sein sollten, um diese wurdevolle Stadt ausgibig zu besichtigen.

 

Auch Alicante ist eine total schöne Stadt, die unbedingt zu besichtigen war. So zogen wir auch hier durch die Gassen, die von alten Gemäuern umgeben waren, und genossen die Zeit.

Wir fuhren sodann am 08.05.2017 in Alicante ab und segelten in die Bucht von Benidorm.

 

Von dort auf führte uns die Reise in die Bucht von Calpe. Auf diesem Weg haben wir um 15.47 Uhr auf einer Breite von 38 Grad 34,356 Minuten den Null-Meridian überquert. In dieser Bucht war das Wasser so klar und türkies, dass sogar die kleinen Fische am Grund mit bloßem Auge sehrgut zu sehen waren. Als unschön erwies sich die Nacht, es kam heftiger Schwell auf, der uns immer wieder wach rüttelte.

 

Von Calpe aus sind wir am folgenden Tag in die Bucht von Javea (Xabia) gesegelt.Nach dem Passieren des Cabo de la Nao konnten wir ein paar Delfine sehen und auch 2 Haie.

 

Aus dieser Bucht liefen wir auch wieder früh aus. Die heutige Fahrt sollte und nach Gandia führen. Nach 8 1/2 Stunden fahrt hatten wir unendlich viel erlebt. Vor der absoluten Flaute bis hin zu 7 Bft. Wind und 3 m Wellen. Wir hatten noch einmal  Haie gesehen und in Höhe Denia, nur 100 m an StB querab, einen Schwertwal (Orca) ... wirklich wie im Bilderbuch. Einige Zeit später sahen wir auch noch mal einen kleinen Tümmler springen. In der Marina Gandia machten wir - wie hier im Mittelmeer üblich - rückwärts an der Pier fest, der Bug wurde mit der Mooringleine befestigt. Die heiße Dusche war uns willkommen und Lebensmittel mussten wir auch wieder bunkern.

 

Eine Marina auf dem Wege reicht. Also wieder schön weiter gesegelt. Bisschen auf die Wettervorhersage geachtet und die Satelitenansicht von Google-Maps zurate gezogen, dann stand das Tagesziel fest. Es ging in die Ecke des nördlichen Strandes am Cabo Cullera. Mit leichten bis mittleren Winden zunächst aus Ost, dann aus Ost-Süd-Ost kamen wir gut voran, sodaß der Anker gegen 16 Uhr fest lag.

Mit nur 2 Windstärken sind wir unter Vollzeug und Maschine aus der Bucht ausgelaufen. Der letzte Abschnitt nach Valencia hatte so um 11.25 Uhr begonnen. Gegen 15 Uhr nahm der Wind zusehends zu, 5 Bft. eine Stunde später 6 Bft. gegen 17 Uhr über 6 Bft. Gut, dass ich bekennender Frühreffer bin, denn um das Großsegel zu setzen bzw. einzuholen, muß ich das Cockpit verlassen und an den Mast. Bei rauher See und gutem Wind ist das kein Spaß.

 

Ergo: Rechtzeitig die Segelgeborgen, Maschine an, und durch das Ankerfeld der Berufsschifffahrt Richtung Marina Marina Real Juan Carlos I), die wir um 17.30 Uhr erreichten.

 

Valencia - Wir sind da.

 

Zwei Tage haben wir uns Zeit für diese Tolle Stadt genommen. Doch leider ist der Fußweg in die Altstadt doch recht weit. Einmal zu Fuß, dann per Bahn. Es läßt sich auch kaum beschreiben, welch tolle Eindrücke wir gewonnen haben.

 

Am Dienstag, 16.05.2017 musste Katharina wieder Zurück. Ich hatte sie noch zum Flughafen begleitet.

Gegen 17 Uhr bin ich dann ausgelaufen und habe mich noch zwei Tage vor der Strandpromenade vor Anker gelegt. Die gesammelten Erlebnisse und die Eindrücke musste ich erst eimal manifestieren.

 

Jetzt muss ich mal was machen, was ich sonst eigentlich vermeide. Ich muss der Katharina - die zuvor noch nie auf einer hochssegehenden Yacht gewesen ist, meinen wirklichen Dank für diese tollen 10 Tage aussprechen. Nie zuvor hat alles so reibungslos funktioniert. Danke dafür.

16 - Auf nach Barcelona

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